Heilpraktikerprüfung
Aufbau, Termine und Vorbereitung für die amtsärztliche Überprüfung beim Gesundheitsamt.
Was ist die Heilpraktikerprüfung?
Die Heilpraktikerprüfung ist keine Ausbildungsprüfung, sondern eine Gefahrenabwehrprüfung. Das Gesundheitsamt prüft, ob der Antragsteller eine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt. Wer besteht, erhält die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne ärztliche Approbation.
Rechtsgrundlage: Heilpraktikergesetz (HeilprG), Erste Durchführungsverordnung, Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern (2018).
Prüfungsaufbau
Schriftliche Überprüfung
| Fragen | 60 Multiple-Choice-Fragen |
|---|---|
| Dauer | 120 Minuten |
| Bestehensgrenze | 75% richtig (45 von 60) |
| Sektorale HP Psychotherapie | 28 Fragen, 60 Minuten |
Mündliche Überprüfung
| Dauer | 45–60 Minuten |
|---|---|
| Form | Einzelprüfung oder Kleingruppe |
| Zeitpunkt | Wochen nach der schriftlichen Prüfung |
| Prüfer | Amtsarzt und Heilpraktiker-Beisitzer |
Prüfungstermine
Die Heilpraktikerprüfung findet bundesweit an zwei festen Terminen statt:
- Frühjahrstermin: 3. Mittwoch im März
- Herbsttermin: 2. Mittwoch im Oktober
Die nächsten Termine:
| Termin | Datum |
|---|---|
| Herbst 2026 | 14. Oktober 2026 |
| Frühjahr 2027 | 17. März 2027 |
| Herbst 2027 | 13. Oktober 2027 |
Anmeldefristen variieren je nach Gesundheitsamt. Planen Sie mindestens 3 Monate vor dem Prüfungstermin ein.
Voraussetzungen
- Mindestalter 25 Jahre zum Prüfungstermin
- Mindestens Hauptschulabschluss
- Wohnsitz in Deutschland
- Einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis
- Ärztliches Gesundheitszeugnis
- Bei Nicht-Deutschen: gültige Aufenthaltsgenehmigung
Eine bestimmte Ausbildung ist nicht vorgeschrieben. Die Voraussetzungen können je nach Bundesland leicht variieren.
Erforderliche Unterlagen
- Formloser Antrag oder behördliches Formular
- Personalausweis oder Reisepass (Kopie)
- Tabellarischer Lebenslauf
- Nachweis des Schulabschlusses
- Ärztliches Gesundheitszeugnis (aktuell)
- Führungszeugnis Belegart O (nicht älter als 3 Monate)
- Meldebescheinigung
Prüfungsvorbereitung
Empfohlene Vorbereitungszeit
Mindestens 12 Monate bei berufsbegleitendem Studium. Intensivkurse (1–4 Wochen) setzen solides Vorwissen voraus und eignen sich nur zur Wiederholung.
Prüfungsinhalte
Die schriftliche Prüfung deckt ab: Anatomie, Physiologie, Pathologie, Diagnostik, Infektionsschutz, Notfallmedizin, Pharmakologie, Gesetzeskunde. Die mündliche Prüfung testet praktische Anwendung und Differentialdiagnostik.
Durchfallquote
Die Durchfallquote liegt bundesweit bei etwa 70–80% im schriftlichen Teil. Gründliche Vorbereitung ist entscheidend.
Häufige Fragen
Wie sind die Heilpraktiker Prüfungsfragen aufgebaut?
Die Heilpraktiker Prüfungsfragen bestehen aus 60 Multiple-Choice-Fragen mit je einer richtigen Antwort. Die Fragen decken Anatomie, Physiologie, Pathologie, Diagnostik, Infektionsschutz und Gesetzeskunde ab. 45 von 60 Fragen müssen richtig beantwortet werden.
Wie hoch ist die Durchfallquote bei der Heilpraktikerprüfung?
Die Durchfallquote liegt bundesweit bei etwa 70-80% im schriftlichen Teil. Die mündliche Prüfung hat eine niedrigere Durchfallquote. Gründliche Vorbereitung über mindestens 12 Monate wird dringend empfohlen.
Ist die Heilpraktikerprüfung schwer?
Ja. Die Heilpraktikerprüfung gilt als anspruchsvoll. Die hohe Durchfallquote von 70-80% zeigt, dass eine fundierte medizinische Vorbereitung notwendig ist. Die Prüfung ist keine Ausbildungsprüfung, sondern eine Gefahrenabwehrprüfung.
Wie oft kann ich die Heilpraktikerprüfung wiederholen?
Es gibt keine Begrenzung der Wiederholungsversuche. Die Gebühren fallen bei jedem Versuch erneut an.
Ist die Heilpraktikerprüfung in jedem Bundesland gleich?
Der schriftliche Teil ist bundesweit einheitlich (gleiche Fragen, gleicher Termin). Die mündliche Prüfung wird vom lokalen Gesundheitsamt durchgeführt und kann in Umfang und Schwerpunkt variieren.