Heilpraktiker für Psychotherapie
Ausbildung, Prüfung und Kosten für die sektorale Heilpraktikererlaubnis im Bereich Psychotherapie.
Was ist der Heilpraktiker für Psychotherapie?
Der Heilpraktiker für Psychotherapie besitzt eine sektorale Heilpraktikererlaubnis, die auf psychotherapeutische Behandlungen beschränkt ist. Im Gegensatz zum großen Heilpraktiker darf er keine körperliche Heilkunde ausüben — keine Injektionen, keine Infusionen, keine manuelle Therapie.
Die Rechtsgrundlage ist dieselbe: Heilpraktikergesetz (HeilprG) und Erste Durchführungsverordnung. Die Einschränkung auf den psychotherapeutischen Bereich ergibt sich aus dem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts von 1993. Seit 2009 ist die sektorale Erlaubnis durch die Rechtsprechung gefestigt.
Die Erlaubnis berechtigt zur Ausübung von Psychotherapie ohne Approbation. Typische Verfahren: Gesprächstherapie, Verhaltenstherapie, systemische Therapie, Hypnotherapie, EMDR und weitere nicht-ärztliche Methoden.
Unterschied zum großen Heilpraktiker
| Merkmal | Heilpraktiker (groß) | HP Psychotherapie |
|---|---|---|
| Prüfungsumfang | 60 MC-Fragen | 28 MC-Fragen |
| Prüfungsdauer schriftlich | 120 Minuten | 60 Minuten |
| Behandlungsbereich | Gesamte Heilkunde | Nur Psychotherapie |
| Mündliche Prüfung | 30–60 Minuten | 30–45 Minuten |
| Prüfungsgebühren | Ähnlich (je nach Gesundheitsamt) | Ähnlich (je nach Gesundheitsamt) |
Ausbildung
Die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie dauert in der Regel 12 bis 18 Monate. Die Kosten liegen zwischen 2.000 und 6.000 EUR, abhängig von Format und Anbieter.
Typische Ausbildungsinhalte:
- Psychopathologie und psychiatrische Krankheitsbilder
- ICD-10/ICD-11 Klassifikation psychischer Störungen
- Psychotherapeutische Gesprächsführung
- Krisenintervention und Suizidalität
- Psychopharmakologie (Grundlagen)
- Rechtliche Grundlagen und Berufsethik
- Differentialdiagnostik: Abgrenzung somatischer Ursachen
Anbieter: Heilpraktikerschulen, Fernlehrinstitute und spezialisierte Psychotherapie-Ausbildungszentren. Viele bieten reine Online-Formate an.
Prüfung
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Schriftlich: 28 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten, Bestehensgrenze 75 Prozent (21 von 28 Fragen). Mündlich: 30 bis 45 Minuten Einzelgespräch mit Amtsarzt und Beisitzer.
Die Prüfungstermine sind dieselben wie beim großen Heilpraktiker: März und Oktober, jeweils am dritten Mittwoch. Anmeldung beim zuständigen Gesundheitsamt des Wohnsitzes.
Die schriftliche Prüfung ist bundesweit einheitlich. Die mündliche Prüfung unterscheidet sich je nach Gesundheitsamt in Schwerpunkten und Anforderungen.
Kosten
Die Gesamtkosten setzen sich aus Ausbildung und Prüfungsgebühren zusammen:
- Ausbildung: 2.000–6.000 EUR (Fernlehrgang günstiger, Präsenz teurer)
- Prüfungsgebühren: Variiert je nach Gesundheitsamt, typisch 300–600 EUR
- Zusatzkosten: Lehrbücher 100–300 EUR, Führungszeugnis, ärztliches Attest
Die Ausbildungskosten sind als Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Ratenzahlung ist bei den meisten Anbietern möglich.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Heilpraktiker und Heilpraktiker für Psychotherapie?
Der Heilpraktiker für Psychotherapie darf nur psychotherapeutisch behandeln. Der große Heilpraktiker darf zusätzlich körperliche Heilkunde ausüben. Die Prüfung ist kürzer: 28 statt 60 Fragen in 60 statt 120 Minuten.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie?
Die Ausbildung dauert 12 bis 18 Monate. Intensivkurse sind ab 6 Monaten möglich, berufsbegleitende Formate dauern bis zu 24 Monate. Die Dauer hängt vom Anbieter und dem gewählten Format ab.
Was kostet die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie?
Die Ausbildung kostet zwischen 2.000 und 6.000 EUR. Fernlehrgänge liegen am unteren Ende, Präsenzkurse mit Praxisanteilen am oberen. Hinzu kommen Prüfungsgebühren von 300 bis 600 EUR.
Kann man als Heilpraktiker für Psychotherapie mit Krankenkassen abrechnen?
Nein. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen keine Kosten für Heilpraktiker-Psychotherapie. Private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen erstatten die Behandlung teilweise. Viele Patienten zahlen die Behandlung selbst.
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