Ein Halteverbot in Berlin kostet mindestens 21,00 EUR und kann je nach Bezirk und Umfang steigen. Die meisten Bezirke berechnen die Gebühr nach Länge der Zone und Gültigkeitsdauer. Zusätzlich entstehen Kosten für die Verkehrsschilder, die Sie separat organisieren müssen. Hier erklären wir alle Kostenfaktoren und zeigen Ihnen Beispiele aus verschiedenen Bezirken.
Gebührenlogik
Die Mindestgebühr für ein Halteverbot beträgt in allen Berliner Bezirken 21,00 EUR. Diese Grundgebühr gilt für die verkehrsrechtliche Anordnung durch die Straßenverkehrsbehörde. Die tatsächlichen Kosten können jedoch deutlich höher ausfallen.
Die Gebührenhöhe richtet sich nach verschiedenen Faktoren:
- Länge der Halteverbotszone in Metern
- Dauer der Gültigkeit (Tage oder Wochen)
- Art der Nutzung (privat oder gewerblich)
- Aufwand für die Prüfung des Antrags
Jeder Bezirk hat eine eigene Gebührenordnung für Halteverbot-Anordnungen. Die Behörde berechnet die Gebühr nach dem tatsächlichen Verwaltungsaufwand. Bei längeren Zonen oder komplexen Verkehrssituationen steigen die Kosten entsprechend.
Die Gebühr deckt nur die behördliche Anordnung ab. Die Verkehrsschilder müssen Sie zusätzlich beschaffen und aufstellen lassen. Diese Kosten kommen zur Verwaltungsgebühr hinzu und variieren je nach Anbieter.
Zusätzliche Kostenfaktoren
Neben der Behördengebühr entstehen weitere Kosten für die praktische Umsetzung. Die Verkehrszeichen 283 oder 286 müssen Sie bei einer Firma für Baustellenabsicherung bestellen. Die Schilder kosten meist zwischen 15,00 EUR und 25,00 EUR pro Stück.
Für die Aufstellung der Schilder können weitere Kosten entstehen. Viele Firmen bieten Komplettservice an und übernehmen sowohl Lieferung als auch Aufstellung. Die Gesamtkosten für Schilder und Service liegen meist zwischen 50,00 EUR und 150,00 EUR je nach Anzahl der benötigten Schilder.
Beispiele
Die Kosten für ein Halteverbot variieren stark je nach konkretem Fall. Hier zeigen wir typische Beispiele aus der Praxis mit den zu erwartenden Gebühren.
Beispiel 1: Umzug Privatperson
Sie brauchen ein Halteverbot für Ihren Umzug vor einem Mehrfamilienhaus. Die Zone soll 15 Meter lang sein und 2 Tage gelten. In den meisten Bezirken zahlen Sie dafür die Mindestgebühr von 21,00 EUR. Zusätzlich benötigen Sie 4 Verkehrsschilder für etwa 80,00 EUR inklusive Aufstellung.
Gesamtkosten: etwa 101,00 EUR
Beispiel 2: Längere Baustelle
Ein Handwerksbetrieb benötigt eine 30 Meter lange Halteverbotszone für 4 Wochen. Die Behördengebühr liegt hier meist zwischen 40,00 EUR und 80,00 EUR je nach Bezirk. Für 8 Verkehrsschilder fallen etwa 150,00 EUR an.
Gesamtkosten: etwa 190,00 EUR bis 230,00 EUR
Beispiel 3: Komplexe Verkehrssituation
Bei schwierigen Verkehrsverhältnissen oder besonderen Prüfungen kann die Gebühr höher ausfallen. Wenn die Behörde eine aufwändige Verkehrsschau durchführen muss, können Kosten von 100,00 EUR bis 200,00 EUR entstehen.
Die genauen Kosten erfahren Sie erst nach Prüfung Ihres Antrags durch die zuständige Behörde. Jeder Bezirk berechnet individuell nach dem tatsächlichen Aufwand. Details zu den Kosten in Ihrem Bezirk finden Sie in unseren Bezirks-Ratgebern.
- Stellen Sie zuerst den Antrag bei der Straßenverkehrsbehörde
- Warten Sie die Gebührenbescheid ab
- Bezahlen Sie die Verwaltungsgebühr
- Bestellen Sie die Verkehrsschilder bei einer Fachfirma
- Lassen Sie die Schilder rechtzeitig aufstellen
Bußgelder
Ohne gültige Halteverbot-Anordnung drohen empfindliche Bußgelder beim Aufstellen eigener Verkehrsschilder. Die Straßenverkehrs-Ordnung regelt klar, wer Verkehrszeichen aufstellen darf.
Bußgelder bei illegalen Schildern
Das eigenmächtige Aufstellen von Halteverbot-Schildern kostet 20,00 EUR bis 35,00 EUR Bußgeld pro Schild. Bei mehreren Schildern summieren sich die Strafen entsprechend. Zusätzlich müssen Sie die Kosten für die Entfernung der Schilder durch das Ordnungsamt tragen.
Wenn andere Verkehrsteilnehmer durch Ihre illegalen Schilder behindert oder gefährdet werden, können höhere Bußgelder anfallen. In schweren Fällen drohen Bußgelder bis zu 70,00 EUR und ein Punkt in Flensburg.
Kosten bei verspäteter Antragsstellung
Stellen Sie den Antrag zu spät, entstehen zusätzliche Kosten durch Zeitdruck. Viele Bezirke bearbeiten Eilanträge gegen Aufpreis. Die Express-Bearbeitung kann 50,00 EUR bis 100,00 EUR extra kosten.
Ohne rechtzeitige Anordnung können Sie Ihren Umzug oder Ihre Baustelle nicht wie geplant durchführen. Die Verschiebung verursacht oft höhere Kosten als die ursprünglichen Halteverbot-Gebühren.
Vergleich der Bezirkskosten
Die Gebühren unterscheiden sich zwischen den Berliner Bezirken erheblich:
- Treptow-Köpenick: ab 20,00 EUR (günstigster Bezirk)
- Die meisten anderen Bezirke: ab 21,00 EUR
- Charlottenburg-Wilmersdorf: Firmen zahlen oft weniger als Privatpersonen
- Friedrichshain-Kreuzberg: längere Bearbeitungszeiten, aber normale Gebühren
Die Bearbeitungszeit variiert zwischen 3 Wochen in Spandau und bis zu 10 Wochen in Charlottenburg-Wilmersdorf für Privatanträge. Firmen werden in manchen Bezirken bevorzugt behandelt.
Planen Sie immer genügend Vorlaufzeit ein, um Zusatzkosten zu vermeiden. Die Schilder müssen mindestens 72 Stunden vor Gültigkeit aufgestellt werden. Mehr Details zu den Kosten in Ihrem Bezirk finden Sie im Kosten-Ratgeber für Ihren Bezirk.
Alle Angaben ohne Gewähr. Verbindliche Auskunft erteilt nur das zuständige Amt.