Solaranlage — Baden-Württemberg
Rechtsgrundlagen
- EEG 2023 — Einspeisevergütung und Förderung (Bundesebene)
- Solarspitzengesetz — Pflicht zu Smart Meter und Steuerbox für neue Anlagen ab 7 kWp (seit 25.02.2025); ohne Steuerbox drosselt der Netzbetreiber die Einspeisung dauerhaft auf 60 % der installierten Leistung
- LBO BW (Landesbauordnung Baden-Württemberg) — Solarpflicht für Neubauten, Sanierungen und größere Stellplatzanlagen
EMPFOHLENE ANBIETER
Solarpflicht Baden-Württemberg
Baden-Württemberg war das erste Bundesland mit gesetzlicher Solarpflicht.
| Merkmal | Regelung |
|---|---|
| Neubauten (Wohngebäude) | Pflicht seit 01.05.2022 |
| Neubauten (Nichtwohngebäude) | Pflicht für Bauanträge ab 01.01.2022 |
| Dachsanierungen | Pflicht seit 01.01.2023 (>50 % der Dachhaut erneuert) |
| Offene Stellplätze | Pflicht seit 01.01.2022 bei mehr als 35 Stellplätzen |
| Mindestleistung | ≥60 % der geeigneten Dachfläche, alternativ Mindestmodulfläche oder 0,06 kWp je m² überbauter Grundstücksfläche |
| Rechtsgrundlage | LBO BW |
| Ausnahmen | Denkmalschutz, Nordausrichtung, Verschattung, Dach <50 m², wirtschaftliche Unzumutbarkeit |
Behördliche Pflichten
| Schritt | Pflicht | Schwellenwert |
|---|---|---|
| 1 | Netzbetreiber anmelden | alle Anlagen |
| 2 | MaStR eintragen | alle Anlagen |
| 3 | Smart Meter + Steuerbox | verpflichtender Einbau ab 7 kWp; bei 2–7 kWp freiwillig, sonst 60 % Einspeise-Drosselung |
| 4 | Finanzamt | ab >30 kWp |
Baugenehmigung: nicht erforderlich für Dachanlagen. Ausnahmen: Denkmalschutz, Freilandanlagen.
Netzbetreiber
| Region | Netzbetreiber |
|---|---|
| Großteil BW | EnBW Netze BW |
| Stuttgart | Stadtwerke Stuttgart |
| Freiburg | badenova Wärmeplus |
| Karlsruhe | Stadtwerke Karlsruhe |
| Ulm | SWU Netze |
Eigenen Netzbetreiber finden: PLZ-Suche unter solar.red/netzbetreiber
Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen | Gesetzliche Frist bis 30 kWp: 4 Wochen (EEG 2024)
Förderung Baden-Württemberg
L-Bank — „Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik"
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Art | Zinsgünstiges Darlehen (kein Zuschuss) |
| Finanzierungsumfang | Bis 100 % der Investitionskosten |
| Mindestdarlehen | 5.000 € |
| Laufzeit | 5–30 Jahre, bis zu 5 tilgungsfreie Jahre, Sollzinsbindung für die ersten 10 Jahre |
| Förderfähig | PV-Anlage, Batteriespeicher, Dach-/Fassaden-/Carport-PV |
| Voraussetzung | Selbstnutzung mind. einer Wohneinheit |
| Antrag | l-bank.de, über Hausbank |
| Kombinierbar mit | EEG-Einspeisevergütung, KfW 270, kommunale Zuschüsse |
Kommunale Zuschüsse (Auswahl) — Stand 07/2026
| Stadt | Status | Details |
|---|---|---|
| Stuttgart (Solaroffensive) | Aktiv, neue Richtlinie seit Mai 2026 | 300 €/kWp für Dach-PV, 400 €/kWp für Gründach/Fassaden-PV; Speicher förderfähig bis 1 kWh/kWp; max. 30.000 € pro Antrag; Antrag vor Beauftragung (außer Balkon-PV: bis 3 Monate nach Kauf) |
| Karlsruhe (KlimaBonus) | Fördertopf 2026 ausgeschöpft | Budget von 1,3 Mio. € vollständig gebunden — aktuell keine neuen Anträge möglich; alternativ L-Bank + Bundesförderungen nutzen |
| Freiburg | Ja | Details bei Stadt |
| Heidelberg | Ja | Details bei Stadt |
| Mannheim | Ja | Details bei Stadt |
| Ludwigsburg | Balkonkraftwerk: 150 € | — |
Kommunale Programme ändern sich häufig — immer direkt bei der Stadt den aktuellen Status prüfen.
EEG-Einspeisevergütung (Q2/Q3 2026)
Bundeseinheitlich — gilt unverändert für Baden-Württemberg.
| Anlagengröße | Teileinspeisung | Volleinspeisung |
|---|---|---|
| bis 10 kWp | 7,78 ct/kWh | 12,34 ct/kWh |
| 10–40 kWp | 6,73 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
| 40–100 kWp | 5,50 ct/kWh | 10,35 ct/kWh |
Gültig: 01.02.2026 – 31.07.2026 | Ab 01.08.2026 Degression von 1 % (halbjährliche Absenkung nach § 49 EEG 2023). Bereits in Betrieb genommene Anlagen behalten ihren Vergütungssatz für 20 Jahre.
Installationsschritte BW
- Dach prüfen — bei Solarpflicht: Ausnahme nur mit schriftlicher Begründung
- L-Bank-Darlehen beantragen (vor Beauftragung)
- Kommunalen Zuschuss prüfen und beantragen — Status vorher bestätigen (z. B. Karlsruhe aktuell ausgeschöpft)
- Zertifizierten Fachbetrieb beauftragen
- Netzbetreiber anmelden (4–8 Wochen Vorlauf)
- MaStR eintragen, Smart Meter installieren lassen
- Inbetriebnahme + Abnahmeprotokoll
Hinweis Netzbetreiber: Die oben genannte Tabelle zeigt häufige Netzbetreiber — sie ist nicht vollständig. Der tatsächlich zuständige Netzbetreiber hängt ausschließlich von der PLZ ab, nicht vom Bundesland. Ermittle ihn per PLZ-Suche: solar.red/netzbetreiber
So stellst du die Anträge
1. Einspeiseantrag beim Netzbetreiber
- Netzbetreiber ermitteln: PLZ-Suche auf solar.red/netzbetreiber
- Online-Portal des Netzbetreibers aufrufen (seit Jan. 2025 gesetzlich verpflichtet)
- Formular ausfüllen: Standort, geplante kWp-Leistung, Einspeiseart (Teil- oder Volleinspeisung)
- Genehmigung abwarten — gesetzliche Frist: 4 Wochen (bis 30 kWp); automatisch genehmigt bei Nichtantwort nach 1 Monat
- Tipp: Installateur übernimmt die Anmeldung in vielen Fällen — beim Angebot nachfragen
2. MaStR-Registrierung (Marktstammdatenregister)
- Portal: marktstammdatenregister.de (Bundesnetzagentur)
- Frist: innerhalb von 1 Monat nach Inbetriebnahme (gesetzliche Pflicht)
- Benötigt: Anlagenleistung (kWp), Installationsdatum, Standort-PLZ
- Tipp: Viele Installateure erledigen die MaStR-Eintragung mit — im Angebot klären
3. L-Bank-Darlehen (Baden-Württemberg)
Antrag vor Beauftragung des Installateurs stellen.
- Portal: l-bank.de → Wohnen mit Zukunft: Photovoltaik
- Über Hausbank beantragen — L-Bank arbeitet mit Partnerbanken zusammen (nicht direkt)
- Formular: Investitionssumme, Anlagengröße, Eigentumsnachweis Gebäude
- Genehmigung abwarten → dann Installateur beauftragen
- Kommunalen Zuschuss (z. B. Stuttgart) parallel beim jeweiligen Stadtamt beantragen — Karlsruhe aktuell ausgeschöpft
4. KfW 270 (Bundesebene)
- Über Hausbank beantragen (nicht direkt bei KfW)
- Portal zur Übersicht: kfw.de/270
- Antrag vor Beauftragung stellen